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Monthly Archives: Mai 2013

Schreibwettbewerb “Düsseldorf rechtsrheinisch” (edition oberkassel Verlag)

Heitere und spannende Geschichten aus dem rechtsrheinischen Düsseldorf – ein Geschichtenwettbewerb

Nachdem die erste Rhein-Anthologie die schäl Sitt zum Thema hatte, heißt es nun: Schreiben Sie eine Geschichte, die in den Düsseldorfer Stadtteilen auf der rechten Rheinseite spielen. Die Geschichten können in der Gegenwart oder Vergangenheit spielen, sie können romantisch oder kriminell sein, sie können den Leser zum Lachen bringen oder ihn weinen lassen. Sie soll dem Leser in jedem Fall Spaß beim Lesen bereiten. Außerdem sollte sie frei erfunden (fiktiv) sein, wobei die Anlehnung an reale Vorgänge, Personen und Lokationen, sofern die Rechte Dritter nicht verletzt werden, durchaus  möglich ist.

Die Teilnahmebedingungen finden Sie auf der Homepage des Verlags.

Diese Info den Freunden und Bekannten in den Autorengruppen gerne mitteilen!

Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Spaß beim Schreiben!

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Der Plot – Aufbau von Geschichten

In den beiden letzten Artikeln zum Thema “Kreatives Schreiben” hatte ich berichtet, wie ich zum Schreiben kam und wie ich an Ideen für Geschichten komme. In beiden Fällen fiel der Begriff “Plot”, dem ich mich nun widmen möchte.

Der Plot ist im Grunde der Aufbau einer Geschichte. Viele Autoren legen einen Handlungsrahmen fest, bevor sie mit dem Schreiben beginnen. Warum viele und nicht alle? Nun, im künstlerisch-kreativen Schreibhandwerk gibt es keine festgelegten Regeln. Es ist nirgendwo in Stein gemeißelt, wie Kreatives Schreiben geht. Von daher wird es auch Autoren geben, die direkt mit dem Schreiben der Geschichte beginnen und sich selbst von der Entwicklung der Handlung überraschen lassen. Für mich als Schreibanfänger war das Plotten jedenfalls eine sinnvolle Vorgehensweise. Es half mir, Schritt für Schritt  meine Geschichte zu entwickeln. Im Übrigen hatte ich während meiner Schreibwerkstatt eine interessante Parallele zu meinem Brotjob entdeckt. Als Unternehmensberater schreibe ich hin und wieder einen Businessplan. Das ist im Grunde nichts anderes als die (gewünschte) Erfolgsgeschichte eines noch zu gründenden Unternehmens. Auch dort gibt es keine gesetzlichen Vorschriften, wie ein Businessplan auszusehen hat. Aber es haben sich im Laufe der Zeit allgemeingültige Elemente ergeben, auf die der Unternehmer eingehen sollte, um sein Geschäft zu beschreiben. Man folgt also einer sinnvollen, inhaltlichen Struktur beim Schreiben. Diese wird als “Inhaltsangabe” an den Anfang des Businessplans gestellt. Und genau so kann man auch beim Kreativen Schreiben vorgehen. Nur, dass die Inhaltsangabe – der Plot – nicht Bestandteil des Werkes wird. Von daher – und das ist die eigentliche Parallele, die ich seinerzeit entdeckte – kam mir das konzeptionelle Schreiben eines Businessplans und das kreative Schreiben einer Kurzgeschichte ähnlich vor. Für mich hat also Kreativität eine Menge mit konzeptionellen Vorgehen zu tun. Mir hilft der Plot, meine Geschichte zu konzipieren, also voraus zu denken. So erliege ich nicht der Gefahr, mich zu verzetteln, wenn ich einfach drauflos schreiben würde.

Doch wie sieht ein typischer Plot aus? Und wie unterscheidet sich der Plot für einen Roman von einem für eine Kurzgeschichte?

Beantworten wir zunächst die zweite Frage: eigentlich gar nicht. Die Grundelemente sind in beiden Fällen dieselben. In den Plot gehören die Figuren der Geschichte: Held (Protagonist), Gegenspieler (Antagonist) und wichtige Nebenfiguren. Dazu die zentrale, dramatische Frage, die den Helden antreibt. In manchen Büchern wird auch von dem “unbändigen Wunsch” des Protagonisten gesprochen. Der Held muss ein Ziel haben, das grundsätzlich nachvollziehbar ist. Auf dem Weg zur Zielerreichung müssen sich ihm Hindernisse in den Weg stellen. Das macht die Spannung der Geschichte aus. Ganz klar: für diese Hindernisse (auch “Konflikte” genannt) ist der Antagonist zuständig. Für das Ende der Geschichte gibt es im Prinzip drei Möglichkeiten: der Protagonist erreicht sein Ziel, er erreicht es nicht oder das Ende bleibt offen. In jedem Fall muss das Ende aber plausibel sein. Der Leser muss nachvollziehen können, warum es sich so und nicht anders ereignet.

Wir können also folgende Kurzformel für einen (Basis-) Plot entwerfen und sagen, eine Geschichte wird in sechs Schritten interessant:

  1. Interessante Figuren
  2. Der Protagonist wird von einem unbändigen Wunsch angetrieben
  3. Ein erstes Hindernis
  4. Ein zweites Hindernis
  5. Ein drittes Hindernis
  6. Nachvollziehbare Auflösung

Um es nochmals zu sagen: dieser Plot ist eine Empfehlung und keinesfalls eine allgemeingültige Regel. Nichts ist in Stein gemeißelt. Aber so kann eine Geschichte funktionieren.

Schauen wir uns doch mal an, wie unterschiedliche Genregeschichten funktionieren. Wir werden feststellen: der oben beschriebene Grundplot ist bei genauer Betrachtung gut zu erkennen!

Einer James-Bond-Geschichte, also einem typischen (Agenten-) Thriller, liegt beispielsweise folgende Struktur zugrunde:

  • Ein Verbrechen geschieht (muss nicht immer ein Mord sein, kann auch der Diebstahl einer Atombombe sein oder ein anderes, kriminelles Ereignis)
  • Die Ermittlung beginnt und die Kontrahenten begegnen sich; dabei entstehen verschiedene Kampfsituationen (es ist immer der Kampf zwischen Gut und Böse, Held und Schurke; oft auch Rededuelle als nicht-körperlicher Kampf – gerade bei Bond)
    • Beauftragung des Helden (M schickt Bond in seine nächste Mission)
    • Verfolgung des Verdächtigen
    • Flucht des Verdächtigen bzw. kritische Situation für den Helden; oft lebensgefährliche Situationen
    • Gefangenschaft (der Held gerät in Gefangenschaft und muss sich befreien; hier hat Bond ja so einige Tricks auf Lager …)
    • Befreiung
  • Überwältigung (Entscheidender Kampf bzw. Überwältigung/Überführung des Schurken); am Ende eines Falles steht nicht die Festnahme des Verbrechers, sondern ein Zweikampf auf Leben und Tod,  ein Showdown, den der Verbrecher verliert.

Und hier zum Vergleich der Plot einer Detektivgeschichte (vgl. Nusser: Der Kriminalroman, S. 23 ff.):

  1. Das rätselhafte Verbrechen (meist ein Mord)
  2. Die Fahndung nach dem Täter (die Enträtselung)
    1. Beobachtung
    2. Verhör
    3. Beratung
    4. Verfolgung
    5. Inszenierung der Überführungsszene
    6. Die Lösung des Falls (Aufklärung des Mordes)

Rekonstruktion des Tathergangs aus Sicht des Detektives

  • Wer war es?
  • Wie ist die Tat passiert? (Mittel und Gelegenheit)
  • Warum geschah die Tat? (Motiv)

3. Rekapitulation seiner Ermittlungen
4. Geständnis des Täters

Typische fiktive Ermittler, die so vorgehen, sind Sherlock Holmes, Miss Marple oder Hercule Poirot. Aber auch der heutige “Tatort” im Fernsehen funktioniert nach ähnlicher Struktur.

Die Grundspannung liegt immer im Zusammenspiel von Protagonist (unbändiger Wunsch, Ziel) und Antagonist (Hindernisse, Konflikte). Die Dramaturgie ergibt sich aus weiteren Elementen und Stilmitteln, auf die ich an anderer Stelle noch eingehen werde.

Übrigens: “Spannung” ist kein Element, das ausschließlich Thriller und Krimis kennzeichnet. Jede Geschichte sollte spannend erzählt werden, damit wir Leser dran bleiben und das Buch nicht nach den ersten Seiten zur Seite legen. Auch Liebesgeschichten funktionieren nach diesem Plot: Sie will ihn, aber das Schicksal will es zunächst ganz anders. Bis die beiden endlich zueinanderfinden passieren eine Menge spannende, kuriose, herzzerreißende Dinge.

  1. Interessante Figuren (Sie, Er, und der dazwischenfunkende Dritte)
  2. Der Protagonist wird von einem unbändigen Wunsch angetrieben (Sie will Ihn und Er will Sie eigentlich auch – auch wenn Er von seinem Glück noch nichts weiß …)
  3. Ein erstes Hindernis (Der Dritte funkt dazwischen; können auch widrige Umstände sein, Missverständnisse …)
  4. Ein zweites Hindernis (und nochmal)
  5. Ein drittes Hindernis (und wieder – verliebt Sie sich etwa in den Dritten, jetzt, wo Er es gerade kapiert hat?!)
  6. Nachvollziehbare Auflösung, nach überraschender Wendung zum Schluss (Am Ende kriegt Sie doch den richtigen Ihn – Happy End. Puh, nochmal gut gegangen …)

Zum Abschluß kleine Übung gefällig? Schaut euch mal Filme an und prüft sie auf einen solchen Plot. Oder beim nächsten Roman: geht mal mit Bleistift und Papier der Frage nach, wie die Geschichte strukturiert ist!

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Krimi-Wettbewerb “Mörderischer Rhein” (edition oberkassel Verlag)

Kriminelle Erzählungen von der Quelle bis zur Mündung 

Dieser Schreibwettbewerb ist der Auftakt einer Krimi-Anthologie zum Thema “Mörderischer Rhein”. Es sollen kriminelle (Reise-) Erzählungen vom Ursprung bis zur Mündung herausgebracht werden. Verleger und Herausgeber – beide bekennende Rheinländer – sind der Meinung, die vielen mörderischen Geschichten, die “Vater Rhein” sicherlich zu erzählen hätte, gehören unbedingt veröffentlicht.

Der Rhein streift als einer der größten Ströme Europas sechs Staaten (die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Frankreich und die Niederlande) und verbindet Alpen und Nordsee miteinander. Und nicht nur das: Rastlos und bisweilen ungestüm wälzt sich „Vater Rhein“ in seinem schlammigen Bett in Richtung Nordsee. Er befördert Lastschiffe und Ausflugsdampfer und manchmal auch leblose Körper. Doch auch an den malerischen Orten und Regionen entlang des Rheins lauern Mord und Totschlag.

Schreiben Sie also einen Kurz-Krimi, der mit „Vater Rhein“ zu tun hat und der dem Leser Lust macht, die jeweiligen Orte entlang des Rheins zu besuchen. Ihre Geschichte sollte unterhaltsam und spannend sein und neben der obligatorischen Rheinleiche die eine oder andere Sehenswürdigkeit bzw. ein Naturereignis beinhalten. Inspiration dazu finden Sie hier.

Darüber hinaus sollte die Geschichte frei erfunden sein, wobei die Anlehnung an reale Vorgänge, Personen und Lokationen, sofern die Rechte Dritter nicht verletzt werden, durchaus möglich ist.

Die spannendsten Kurz-Krimis erscheinen in einer Anthologie des edition oberkassel Verlags.

Wir freuen uns auf Ihre Geschichten und wünschen Ihnen viel Spaß beim Schreiben und natürlich viel Erfolg!

Das Team vom edition oberkassel Verlag

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Authorpreneur oder wie man Autor wird

Bereits an anderer Stelle ist der Begriff schon mal gefallen. Aber was genau bedeutet der Kunstbegriff, der sich aus “Author” und “Entrepreneur” zusammensetzt? Und warum ist es sinnvoll, sich mit dem Begriff und dem, was da hintersteckt, zu befassen?

Betrachten wir “Authorpreneur” zunächst einmal genauer: Da ist zum einen der Autor (engl. Author), zum anderen der Existenzgründer (engl. Entrepreneur). Was verbindet diese beiden Typen mit einander? Nun, als Unternehmensberater habe ich häufig mit Existenzgründern zu tun. Diese kommen zu mir, um sich einen Businessplan schreiben zu lassen oder bitten um Unterstützung beim Vermarkten ihrer Produkte. Und da haben wir bereits eine Gemeinsamkeit: die Vermarktung von Produkten. Der Existengründer vermarktet sich als Designer, Programmierer. Die Produkte, um die es dabei geht, sind beispielsweise Websites oder Computerprogramme. Der Autor vermarktet sich ebenfalls. Sein Produkt ist das Buch, das in den Buchhandel und dort weiter an den Leser gebracht werden muss. Wie Sie in unserem Seminar dazu erfahren, braucht der Autor heutzutage unternehmerische Fähigkeiten. Mehr zum Thema Vermarktung lesen Sie in der Kategorie “Buchmarketing”.

In dieser Kategorie soll es weniger um das Buch- bzw. Autorenmarketing gehen. Vielmehr wollen wir den Blick schärfen für die Themen neben Vermarktung und Schreiben. Folgende Fragen und Themen interessieren uns dabei (u. a.):

  • Wie kommt mein Buch (Manuskript) überhaupt in den Buchhandel?
  • Wie finde ich den passenden Verlag?
  • Brauche ich überhaupt einen Verlag, um zu veröffentlichen?
  • Wie spreche ich einen Verlag an und wie reiche ich mein Manuskript ein?
  • Wie gestaltet sich die weitere Zusammenarbeit zwischen Verlag und Autor?
  • Warum reiben sich Autor und Lektor und Autor und Verleger manchmal?
  • Der Buchmarkt ist ein “Markt” – was bedeutet das genau?

Mit der Blog-Kategorie “Authorpreneur” wollen wir eine Art Gründungsberatung für (angehende) Autoren sowie ein Coaching für etablierte Verlagsautoren bieten. Wir wollen dem Autor einen Einblick geben, wie ein (kleiner) Verlag arbeitet. Das hilft, sich gegenseitig besser zu verstehen. Denn Autor und Verlag verfolgen streng genommen nicht unbedingt dasselbe Ziel. Der Autor will sein Werk (zunächst nur) zwischen zwei Buchdeckeln sehen. Der Verlag will das Buch auch verkaufen. Wollen beide nicht dasselbe? Irgendwie schon, aber die Erfahrung zeigt, dass beide vielleicht dasselbe meinen. Jungautoren sind häufig der Meinung, mit Überreichen des Manuskripts an den Verlag wäre ihre Aufgabe erledigt. Dem ist aber nicht so. Der Autor ist freischaffender Künstler, der Verleger rationaler Kaufmann. Da müssen Ziele und Vorstellungen synchronisiert werden!

An dieser Stelle wollen wir helfen zu synchronisieren. Daher: stay tunued!

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Von der Idee zur Geschichte

Wie bekommt ein Autor die Idee für eine Geschichte? Um das Thema “Kreatives Schreiben” chronologisch zu bearbeiten, müsste man mit dieser Frage beginnen.

Für mich war es erstaunlich, wie schnell sich die Kreativität bei mir einstellte. Obschon ich ja glaubte, als “Stratege” (Unternehmensberater von Beruf) wenig Potenzial für Kreativität zu haben. Ich erinnere mich an eine Übung aus meinem Schreibseminar. Herr Knut gab uns jeweils drei Fotos und die Aufgabe, daraus eine Geschichte zu spinnen. Ich betrachtete die Fotos. Sie zeigten einen Mann, eine Frau und ein Kind, das in einem Rollstuhl saß. Hm, dachte ich, was kann man daraus machen? Jedenfalls setzte bei mir sofort das Kopfkino ein. Und ich begann, diese drei Fotos mit eigenen Erinnerungen abzugleichen. Erinnerungen an Begebenheiten, die ich erlebt hatte oder an Filme, die ich gesehen hatte. Mein naheliegendster Gedanke war, dass es sich um eine Familie handelt, die ein schweres Schicksal zu ertragen hat – die Querschnittslähmung ihres Sohnes. Dazu passte ein YouTube-Video, das ich mal gesehen hatte. Es zeigt die rührseelige Geschichte von Vater und Sohn. Der Sohn ist spastisch gelähmt, sitzt im Rollstuhl und fragt seinen Vater, ob er mit ihm am Iroman-Wettbewerb, dem wohl härtesten Triathlon auf Hawaii, teilnimmt. Kann der Vater seinem Sohn diesen Wunsch abschlagen? Natürlich nicht. Sie nehmen teil und der Zuschauer bekommt eine Gänsehaut, wenn er sieht, wie Vater und Sohn – von emotionaler Musik unterlegt – sich den Strapazen stellen.

Als Schreibübung erzählte ich also die Geschichte von Vater und Sohn. Zwar hatte ich konkrete Bilder im Kopf und ehrlich gesagt war es keine eigene sondern eine nacherzählte Geschichte, aber die Aufgabe lautete ja, etwas zu Papier zu bringen.

In seinem Buch “Gute Geschichten schreiben” widmet der Autor Detlef Knut ein Kapitel diesem Thema.

Gute Geschichten schreiben_Detlef Knut

Überhaupt möchte ich an dieser Stelle eine eindeutige Kaufempfehlung für dieses Buch aussprechen. Sämtliche Themen der Knut´schen Schreibwerkstätten und Seminare zum Thema “Kreatives Schreiben” sind darin zusammengetragen. Für den Einsteiger bietet es einen umfassenden Überblick und dem Profi dient es als Nachschlagewerk.

Wie kommt man zur Idee für einen Krimi, eine Liebes- oder Abenteuergeschichte? Das war die Ausgangsfrage. Ich weiß nicht, ob es anderen Autoren ähnlich geht (ich würde es stark vermuten), aber ich gehe, seit dem ich schreibe, anders durch meine Welt. Ich bin fast so etwas wie ein Voyeur geworden. Denn ich schaue oder höre bewusster hin, wenn ich durch die Einkaufsstraßen meiner Stadt schlendere. Winzigkeiten fallen mir auf und lösen das Kopfkino in mir aus. Ich kann es gar nicht mehr verhindern.

So erinnere ich mich beispielsweise an eine Bahnfahrt, bei der ich unfreiwillig Zeuge einer Unterhaltung von vier Herren wurde. Offenbar befanden sie sich auf einem kleinen Ausflug ohne ihre Damen und saßen im Zug zu viert zusammen. Einer erzählte, was ihm seine Frau berichtet hatte: sie hätte beobachtet, wie zwei Jugendliche einer Dame am Geldautomaten auf raffinierte und natürlich üble Weise das Geld vom Konto gestohlen hatten. Der Eine stellte sich im Abstand hinter die Dame, so, als würde er darauf warten, als nächstes an der Reihe zu sein. Er passte geschickt den Zeitpunkt ab, in dem die Dame den PIN, aber noch nicht den Betrag eingegeben hatte. Dann gab er seinem Komplizen ein Zeichen, der daraufhin dazu kam und die Dame anrempelte. Er selbst sprang an den Automaten und gab die Höchstsumme ein, nahm das Geld und beide hauten mit der Beute ab. Als ich das (unfreiwillig) hörte, speicherte ich mir dieses Episode im Hinterkopf. Vielleicht kann ich das für einen meiner nächsten Krimis verwenden.

Die Idee für meinen Kurzkrimi “Der Tod der alten Dame” bekam ich aus der Zeitung. Ich wollte an einem Schreibwettbewerb teilnehmen und war auf der Suche nach einer zündenden Idee. Eher zufällig stieß ich auf die Berichterstattung zu einem Strafprozess in der Onlineausgabe der Zeitung. Es ging um Mord – also war es genau das, was mich als Krimiautor interessierte. Aus den weiteren Artikeln zu diesem Fall konnte ich den kompletten Tathergang rekonstruieren. Das war klasse, denn schon hatte ich den Plot für meinen Krimi! Natürlich habe ich die Namen geändert, das Geschehen von Krefeld nach Düsseldorf-Oberkassel verlegt (denn das war Bedingung für den Wettbewerb) und mir ein tüchtiges Ermittlerpaar sowie mehrere Tatverdächtige überlegt. Herausgekommen ist ein spannender Rätselkrimi, der es in die Anthologie zum Wettbewerb geschafft hat.

Das Vermischen von Realität und Fiktion ist nur eine Möglichkeit, von der Idee zur Geschichte zu kommen. Im nächsten Blogartikel erzähle ich etwas über den Plot, also den Aufbau einer Geschichte. Stay tuned …

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Seminar “Selbstmarketing für Autoren”

Am 29. und 30. Juni 2013 findet in der Kaiserstr. 42 a in Düsseldorf das Seminar “Selbstmarketing für Autoren” statt. Akademie-Inhaber Detlef Knut leitet gemeinsam mit Autor und Berater Andreas “Kriminalinski” Kaminski das Seminar.

Das Referententeam erklärt, warum Autoren heutzutage Authorpreneurs sein müssen und zeigt, wie sie ihre Bücher ins Gespräch bringen können. Denn nur Bücher, über die man spricht, sind auch erfolgreich. Dazu Andreas Kaminski: “Autoren müssen heutzutage Authorpreneurs, also Unternehmer, sein. Sie müssen sich und ihr Werk vermarkten, um in der Schar der über 90.000 Novitäten, die jedes Jahr auf den Buchmarkt drängen, gefunden zu werden. Es bieten sich im Bereich des Social-Media-Marketings eine Menge Möglichkeiten, kostengünstig und effizient Werbung in eigener Sache zu machen.”

Aus den Seminarinhalten:

  • Was kann der Autor tun, um den Absatz seiner Bücher zu unterstützen?
  • Welche Aufgaben übernimmt der Verlag und wie arbeiten Autor und Verlag in Sachen Buchmarketing optimal zusammen?
  • Wie bindet man den Buchhandel sinnvoll in die Marketingaktivitäten zum eigenen Buch ein?
  • Wie kommt der Autor an Rezensionen und Lesungen?
  • Wie kann der Autor Social-Media-Marketing für sich nutzen?

Weitere Infos und Anmeldung auf der Homepage der Akademie.

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Dozentenvorstellung: Horst Eckert

Schlag gegen Camorra-Clan

Italienische Polizei nimmt Mafia-Größe fest

Palermo (…) So oder so ähnlich würde ein Zeitungsbericht in Italien anfangen, wenn man dort über die Ergreifung eines kriminellen Schwergewichts berichten müsste. Und so könnte auch die Überschrift zu diesem Artikel lauten, denn wir haben heute keinen geringeren als Horst Eckert – Syndikats-Größe aus Düsseldorf – “zu Gast”!

Horst Eckert

Und weil ich die große Ehre habe, zusammen mit Horst Eckert in der Anthologie “Düsseldorf linksrheinisch” (Verlag edition oberkassel, Düsseldorf) vertreten zu sein, müssen natürlich die beiden Düsseldorfer Ermittler aus “Der Tod der alten Dame” – Jo Brunner und Frank Nowak – den hiesigen Schreibtischtäter verhören. Dabei gibt es keinen linksrheinischen Klüngel, die Fragen der Kommissare sind mal wieder knallhart und die Luft im Vernehmungsraum ist zum Schneiden dick (raucht Hauptkommissar Brunner eigentlich? Hm, ich glaube, da war ich noch nicht festgelegt. Bei diesem Verhör raucht er jedenfalls …).

* * *

Jo Brunner: Herr Eckert, in der Schreibtischtäter-Szene sind Sie alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Dennoch: erzählen Sie uns etwas über sich!

Horst Eckert: Lieber erzähle ich Kriminalromane. Die sind spannender. All meine Verbrechen finden Sie zwischen den Buchdeckeln.

Fängt ja schon gut an, denkt Brunner, und haut sich eine Reval aus der verbeulten Packung.

Frank Nowak: Die Liste Ihrer „Taten“ ist lang. Wollen Sie nicht reinen Tisch machen?

Horst Eckert: Ich gestehe, elf Romane gehen auf mein Konto, zuletzt „Schwarzer Schwan“. Der zwölfte ist gerade vollendet und erscheint Ende September bei Wunderlich. Der Titel lautet „Schwarzlicht“ und der Inhalt … ist noch geheim. Lassen Sie sich überraschen. Oder sammeln Sie Indizien auf meiner Homepage, wo ich gelegentlich Spuren hinterlasse.

Frank Nowak (greift zum Asthmaspray): Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine „Tat“ planen?

Horst Eckert: Ich überlege mir eine Figur, die interessante Probleme meistern muss. Dann einen Kriminalfall, der dazu passt. Da werden Zettel vollgekritzelt, Karteikarten, ich lege Dateien zu meinen Figuren an, und wenn ich das Gefühl habe, dass die Geschichte steht, schreibe ich los.

Jo Brunner (hüstelt): Was ist das Besondere an Ihrer „Masche“?

Horst Eckert: Für mich ist – im Unterschied zu vielen Kollegen – Mord keine lustige Unterhaltung, sondern ein Beweis dafür, dass das Böse in uns steckt. Beim Schreiben möchte ich anhand meiner Figuren erforschen, wie wir Menschen ticken, was extreme Situationen aus uns machen können und wie wir uns darin verhalten. Dabei gibt mir das wahre Leben die besten Anregungen. In „Schwarzlicht“ ist das Mordopfer ein Ministerpräsident und trägt Züge von Uwe Barschel oder Christian Wulff. Mein Ermittler heißt Vincent Veih, er ist 43 Jahre alt, leidet aber immer noch darunter, dass ihn seine Mutter mit sieben Jahren zu Freunden abschob, weil sie lieber zur RAF in den Untergrund ging, als sich um ihren Sohn zu kümmern. Vincent ist schließlich Polizist geworden wie sein Großvater, bei dem er aufwuchs und gegen dessen autoritäre Art er in seiner Jugend rebellierte. Vincent Veih ist ein Kommissar, der hinterfragt, ob alles richtig ist, was er tut, und mit diesem Hinterfragen eckt er an, bei Vorgesetzten und Kollegen. Das alles macht ihn für mich so spannend. Auf diese Weise entstehen Geschichten, die komplex sind und voller Wendungen – wie das Leben. Und am Ende ist zwar der Kriminalfall gelöst, aber das Böse nicht aus der Welt geschafft, weil das vermutlich nie möglich sein wird. Für mich ist das jedoch keine Masche, sondern eine Frage der Wahrhaftigkeit.

Jo Brunner: Was war Ihr bislang größter Coup als Schreibtischtäter? Oder kommt der noch?

Horst Eckert: Woran misst man einen Coup? Einige Bücher haben sich besser verkauft als andere, einige haben renommierte Auszeichnungen erhalten, sind übersetzt worden oder bekommen – wie „Schwarzer Schwan“ bei Amazon – Fünfsternekritiken. Nein, der größte Coup ist für mich immer das Buch, das ich gerade beendet habe. Denn es steckt voller Herzblut. Und wenn Sie im Herbst „Schwarzlicht“ lesen, brüte ich bereits über der nächsten Tat.

Jo Brunner: Letzte Frage, Herr Eckert: Sie dürfen 3 Bücher mit in die „einsame Zelle“ nehmen. Welche wären das?

Horst Eckert: Die Schwarze Dahlie“ von James Ellroy, „Tage der Toten“ von Don Winslow und – kein Krimi – „Sabbaths Theater“ von Philip Roth. Aber ich hoffe, der Knast hat eine Bücherei, denn schon bald wären drei Bücher viel zu wenig!

Jo Brunner: Okay, Herr Eckert, ich denke, wir haben genug gehört. Das wird für eine Beurteilung als „Schwergewicht“ in der Krimiszene reichen. Ihnen blüht sicher „lebenslänglich“. Todsicher.

* * *

Kriminalinski: Der Meinung bin ich auch! Wir alle freuen uns, hoffentlich „lebenslänglich“ spannende Krimis aus der Feder von Horst Eckert lesen zu dürfen. Herzlichen Dank für dieses Verhör, lieber Horst! Wir freuen uns auf deinen neuen Krimi “Schwarzlicht”!

Übrigens: Horst Eckert musste frei gelassen werden. Aber die Kommissare sind ihm weiter auf der Spur. Todsicher!

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Seminar “Spannende Krimis schreiben”

Am 25. und 26. Mai 2013 findet in der Kaiserstraße 42a in Düsseldorf das Seminar “Spannende Krimis schreiben” unter der Leitung von Horst Eckert statt.

Zum Inhalt:

Handlung, Konflikt, Wendung, Figurenzeichnung, Erzählen, Dialog, Stoff und Thema, Recherche und Buchmarkt – mit Übungen, Beispielen aus der Literatur und eigener Erfahrung wird mit den Teilnehmern der Frage nachgegangen, was einen guten Kriminalroman ausmacht. Am zweiten Tag des Seminars werden die Erkenntnisse auf die Arbeitsproben der Teilnehmer angewendet, um deren eigenem Schreiben neue Perspektiven und neuen Schwung zu verleihen.

Eine Textprobe, nicht länger als fünf Seiten, sollte idealerweise der Beginn des jeweiligen Romanprojekts (im Notfall tut’s auch eine Kurzgeschichte bzw. der Anfang davon) sein und wird mindestens eine Woche vorher vom Dozenten zwecks Vorbereitung benötigt.

Freuen Sie sich auf zwei spannende Tage mit einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller.

Anmeldung und weitere Infos auf der Homepage der Akademie.

 

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Star Wars – Episode Null. Oder wie ich zum Schreiben kam

“Besuch´ doch mal eine Schreibwerkstatt, du hast sowas wie Talent!”, riet mir ein früherer Arbeitskollege auf einer gemeinsamen Autorfahrt. Vorausgegangen war eine amüsante Stars-Wars-Persiflage, die ich geschrieben und per E-Mail an meine Kollegen geschicht hatte. Wir waren alle unter anderen Namen Helden meiner fiktiven Geschichte. Den Jungs gefiel die Story, denn ich griff Büroerlebnisse darin auf und vermischte es mit Star Wars. Köstlich amüsiert wir uns hatten, aus dem Lachen wir nicht mehr raus kamen …

Zuhause angekommen setzte ich mich gleich an den PC und schrieb Detlef Knut, den ich noch von früher aus einem gemeinsamen Beratungsprojekt kannte, eine E-Mail mit der Frage, ob er mir eine Schreibschule empfehlen könne. Ich wusste noch, dass er neben seiner Beratertätigkeit Autor von Fachbüchern war. Seine Antwort verblüffte mich: “Ja. Meine.” Wir telefonierten daraufhin und ich erfuhr, dass Herr Knut (damals siezten wir uns noch) mittlerweile einen kleinen Verlag gegründet hatte und auch die verlagseigene Autorenschule betrieb. Ich meldete mich sofort bei ihm an.

Das weiße Blatt Papier vor dir du nun voll schreiben musst, junger Schreibschüler. Ob man Kreatives Schreiben tatsächlich lernen kann? Ich hielt mich nie für besonders kreativ. Ich war Betriebswirt, Unternehmensberater. Okay, ich schrieb, aber nur Businesspläne. Das fand ich jetzt nicht gerade kreativ, auch wenn sie sich gut lasen. Immerhin verspürte ich großen Spaß beim Schreiben der Geschäftskonzepte, die Arbeit machte mir Freude.

“Kann man Kreatives Schreiben wirklich lernen?”, war meine erste Frage an Detlef Knut, den Dozenten unseres Schreibeseminars. “Natürlich!”, antwortete Herr Knut, “Schreiben ist im Prinzip ein Handwerk.” Seine Antwort verblüffte mich erneut. Und ich hörte gespannt weiter zu: “Talent ist sicher eine wichtige Eigenschaft für einen Autor. Aber ohne das nötige Handwerkszeug zu kennen, wird auch der talentierteste Autor keinen lehsenswerten Roman schreiben können”. Aha, Handwerkszeug. Also Papier, Bleistift oder Schreibmaschine. Mit war natürlich klar, dass Herr Knut das nicht meinte. Und so begann er den Schreib-Workshop, indem er uns erklärte, was ein Plot ist.

 

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Herzlich Willkommen in der edition oberkassel Akademie!

Die edition oberkassel Akademie ist eine verlagseigene Autorenschule. Sie gehört zum edition oberkassel Verlag in Düsseldorf. Die Akademie wurde aus den seit Jahren von Detlef Knut und dem Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. (BVJA) durchgeführten Schreibwerkstätten entwickelt. Angehende als auch professionelle Autoren erhalten tiefergehendes Wissen, Praxiserfahrungen, Regeln und Tipps zum Erarbeiten von Texten und Geschichten. Die Dozenten der Akademie sind Profis aus der Praxis. Es handelt sich um Schriftsteller, Lektoren, Schauspieler, Moderatoren, Verleger und Verlagsangestellte, die ihr Wissen über das Schreiben und  Vermarkten von Büchern und Manuskripten weitergeben.

Redakteur dieses Blogs ist Andreas Kaminski, der das Handwerk des Kreativen Schreibens im Jahre 2011 selbst in der edition oberkassel Akademie erlernte. Das Blog beschäftigt sich mit Themen rund ums Schreiben und hat zudem das Buch- und Autorenmarketing im besonderen Fokus. Teilnehmer der Akademie finden nützliche Ergänzungen zu den Seminaren oder erfahren eine Auffrischung des bereits erworbenen Wissens. Interessenten können sich unverbindlich informieren und sich dann die für sie passenden Seminare und Vortzräge aussuchen. Natürlich stellen wir hier auch die einzelnen Dozenten der Reihe nach vor und fragen Absolventen der Akademie nach ihren Eindrücken.

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